12. Mai 2018: Unendlich glauben mit Abrahams Kindern

Im Rahmen der Remstal-Gartenschau wurde am Sonntag das interkulturelle Singspiel „Abrahams Kinder“ von den Kindern der Musik-AG der Stauferschule Lorch, der Lorcher Kinderkantorei sowie der Ohrwürmer Lindach aufgeführt. Friedlicher Dialog und der Blick auf das Verbindende steht im Mittelpunkt des Singspiels.

Sechs Kinder, jeweils zwei jüdische, christliche und muslimische machen sich gemeinsam auf, um herauszufinden, was ihre Religionen eint. Das ist der Grundgedanke des Singspiels, das mit einprägsamen Melodien und kindgerechten Texten die großen wie die kleinen Zuhörer zu begeistern vermochte. Und so entdecke das Publikum in der Stadthalle genau so Miriam, Meryem und Marie, Christian, Yusuf und Josef auf der Bühne wie viel ihre Religionen gemeinsam haben.

Weit mehr als sie ursprünglich vermutet haben, als bei der Betrachtung der verschiedenen Gottesnamen und der Diskussion, ob man nun Rabbi, Pfarrer oder Imam befragt noch der ein oder andere Unterschied auftauchte. Ein Einsiedler hilft und erzählt die Geschichten von Noah und seine Arche, von Abraham, der sich mit seiner Frau so dringend Kinder wünschte oder von Josef, der die Träume des Pharao deutete. Geschichten, die in jeder der drei großen Weltreligionen, zu finden sind und die somit auch allen Kindern geläufig sind.

Denn es wird in Chorstücken und Soli nicht nur darüber gesungen, die über fünfzig kleinen Sängerinnen und Sänger gehören auch unterschiedlichen Religionen an. Unterstützt von Isabell Kimmel (Violine), Lisa Richter (Flöte) und Martin Staub (Klavier) endet der Spaziergang durch die Weltreligionen schließlich bei der goldenen Regel, die einmal mehr verbindend über dem Miteinander steht: „Behandle ander so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“

„Die Kooperation zeigt einmal mehr, dass Musik über alle Grenzen hinweg verbindet“, freute sich der Lorcher Pfarrer Christoph Messerschmidt angesichts der bis auf den letzten Platz gefüllten Stadthalle. Denn auch im Publikum fanden sich evangelische und katholische Christen ebenso wie Muslime, um gemeinsam dem Gesang der Kinder zu lauschen und ihnen am Ende ihren wohlverdienten Applaus zu spenden. Die Idee zu Singspiel stammt von Johannes Frühbauer, der als weiser Einsiedler auf der Bühne zu sehen war. Die Umsetzung im Auftrag der Stiftung „Weltethos“ hat in erster Linie Kirchenmusikdirektorin Verena Rothaupt übernommen, die gemeinsam mit Manfred Scholl den Text und mit Klaus Rothaupt die Musik geschrieben hat und auch die Gesamtleitung inne hatte.

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Text und Bilder: Miriam Siegfried